Babys werden einfach nicht heiser

14.10.2015 17:01 | Tipps und Tricks

Eine durchzechte Nacht, ein Urlaub am Ballermann, ein Rockkonzert oder auch der Karneval, all dies sind Situationen, die die menschliche Stimme sehr belasten. Wenn man längere Zeit aus vollem Hals Karnevalslieder mitsingt oder Stimmungslieder im Urlaub schmettert, dann macht sich das meistens am nächsten Tag schon sehr bemerkbar. Entweder kratzt die Stimme, oder im schlimmsten Fall ist sie gleich ganz weg. Ganz anders sieht es bei kleinen Babys aus. Diese können zum Teil auch stundenlang schreien, ohne auch nur eine kleinen Deut leiser zu werden. Zum Leidwesen der Eltern sind Babys zwar noch sehr klein, aber sie beherrschen eine bestimmte Atemtechnik, die die Erwachsenen auch einmal beherrschten, die sie dann aber irgendwann verlernt haben.

Das Geheimnis ist in den Stimmbändern zu finden

Der Grund diese Phänomens ist in den Stimmbändern der Babys zu finden. Dafür muss man zunächst einmal wissen, wie die Stimmbänder überhaupt funktionieren. Stimmbänder sind Organe, die viele unserer Töne produzieren. Zu finden sind sie im Kehlkopf. Stimmbänder sind nur in weitestem Sinne Bänder wie man sie sich allgemein vorstellt, sie bestehen aus Muskeln und einigen Gewebeschichten. Wenn Menschen singen, reden auch auch schreien geraten die Stimmbänder in Schwingung. Beansprucht man die Stimmbänder dann dauerhaft, so wie beispielsweise auf einem Konzert, dann kann es passieren, dass sich der komplette Bereich des Kehlkopfes entzündet. Dann sind die Stimmbänder nicht mehr in der Lage, vollkommen frei zu schwingen, das Ergebnis ist Heiserkeit. Leider ist es auch bei den Stimmbändern so wie bei anderen Organen, im Laufe des Lebens lässt die Funktion nach, man redet auch vom Verschleiß der Organe. Dann werden sie recht anfällig für Heiserkeit. Dies ist bei Babys anders, sie sind gerade erst auf die Welt gekommen und beginnen gerade damit, das volle Potential ihrer Stimmbänder auszuschöpfen. Ihre Stimmbänder sind sehr stark belastbar.

Eine natürliche Atemtechnik macht es möglich

Aber der große Vorteil von Babys ist, dass sie perfekt in der Lage sind, die sogenannte Brust-Bauch-Atmung durchzuführen. Dies ist eigentlich eine ganz natürliche Technik, die jedes Baby so durchführt, aber im Laufe des Lebens scheinen Menschen diese Art des Atmens komplett zu verlernen. Das ist eigentlich sehr schade, denn diese Art der Atmung hat einen großen Vorteil. Wendet man diese Atemtechnik an, werden die Bauchorgane beim Einatmen nach unten gedrängt. Somit weitet sich der Brustkorb, und dies ist die beste Voraussetzung für ein sehr effektives Schreien. Für gewöhnlich ist schreien sehr anstrengend, daher führt man es auch nicht auf Dauer durch. Bei dieser Technik ist dies nicht so, sie strengt nur sehr wenig an. Also freie Bahn für Baby, um das ganze Haus so richtig auf den Kopf zu stellen mit seinem Geschrei!

Atemtechnik kann wieder erlernt werden

Eigentlich ist diese Atemtechnik absolut ideal für den Menschen, aber wie bereits gesagt verlernen die meisten Menschen die Technik im Laufe des Lebens. Für Schauspieler und vor allen Dingen auch Sänger aber ist diese Atemtechnik sehr wichtig. Sie müssen sie allerdings in den meisten Fällen erst wieder mühsam erlernen, bevor sie sie richtig anwenden können.

Zum Leidwesen der meisten Eltern beherrschen Babys diese Technik absolut perfekt. Wundern Sie sich also nicht, wenn ein Kind wirklich stundenlang schreit, ohne auch nur einmal aufzuhören. Es überanstrengt sich dabei nicht, sondern arbeitet nur mit dem, was Erwachsene längst verlernt haben.


 


 


 

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